Smart City: Moderne Konzepte & innovative Technologie für die Städte unserer Zukunft

Smart Home ist bereits in aller Munde: Viele Menschen nutzen bereits intelligente Technologien, um verschiedenste Bereiche in ihrem Haushalt zu steuern und damit ihre Wohnqualität zu verbessern.  Die Vorteile der Digitalisierung können aber nicht nur im privaten Bereich genutzt werden – sondern auch und ganz besonders im öffentlichen. Das Konzept der Smart City wird in der Stadtentwicklung immer wichtiger. Im Folgenden beantworten wir die wichtigsten Fragen zum Thema Smart City.

Definition: Was versteht man unter Smart City?

Smart City ist ein Sammelbegriff, mit dem strategische Konzepte zur umfassenden Digitalisierung unserer Städte zusammengefasst werden. Dahinter steht die Vision, die Stadt der Zukunft mit Hilfe technologischer Innovationen noch moderner, effizienter, nachhaltiger, sicherer und lebenswerter zu gestalten. Der Begriff Smart City wird bereits seit etwa 20 Jahren genutzt, um Ideen für den digitalen Wandel in den urbanen Bereichen zu bündeln.

Warum brauchen wir Smart Cities?

Smart Cities sind intelligente und vernetzte Lösungen für die vielen Herausforderungen unseres Zeitalters. Unsere urbanen Lebensräume unterliegen einem tiefgreifenden Wandel: Immer mehr Menschen strömen in die Städte, gleichzeitig wird die Gesellschaft in Deutschland immer älter. Weltweit wächst die Bevölkerung und damit der Bedarf an Rohstoffen und Energie, gleichzeitig brauchen wir eine Wende hin zu mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz. All diese Spannungsfelder sind eine globale Aufgabe – doch in den Ballungsgebieten der Industrienationen kommen sie in besonderem Maß zum Ausdruck. Smart Cities sind ein Ansatz, auf die Probleme unserer Zeit angemessen zu reagieren – und den Menschen der Stadt viele Vorteile zu bieten.

So ermöglicht die digitale Transformation mehr Gestaltungsspielräume und Mitbestimmung für Bürgerinnen und Bürger, sie sichert die schnelle Bereitstellung der notwendigen Ressourcen dort, wo sie gebraucht werden, sie fördert das wirtschaftliche Wachstum und macht Städte so noch attraktiver für Unternehmen sowie Einwohnerinnen und Einwohner. Denn im Kern ist die Smart City eine gemeinwohlorientierte Vision, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt und mit technologischen Innovationen echte Mehrwerte für das Leben in den Städten bieten will – für einen Fortschritt, von dem alle profitieren und der uns als Gesellschaft nicht nur effektiver und resilienter macht, sondern auch ökologisch und sozial weiterbringt.

In welchen Bereichen sollen Städte digitalisiert werden?

Smart-City-Strategien zielen auf viele Ebenen des öffentlichen Raumes ab und wollen die Beziehungen zwischen den Menschen, der Verwaltung, der Politik, der Wirtschaft und der Wissenschaft zueinander gestalten. Die Smart City verfolgt also einen holistischen Ansatz. Um Konzepte und Projekte miteinander vergleichen zu können, wurden verschiedene Kategorien der Smart City definiert.

  • Smart Economy: Die Wirtschaft ist in der Smart City auf allen Ebenen miteinander vernetzt, um einen optimalen Wissenstransfer und eine hohe Produktivität zu ermöglichen. Dank der Digitalisierung und neuer Technologien entstehen Synergie-Effekte, die der digitalen Stadt einen Wettbewerbsvorteil verschaffen und so neue Unternehmen anziehen.
    Smart People: In der Smart City können Bürgerinnen und Bürger ihre Stadt kreativ mitgestalten und an wichtigen Entscheidungsprozessen aktiv mitwirken. Ein Beispiel für Projekte im Bereich Smart People sind Netzwerke für Car-Sharing, Urban Gardening oder digitale Nachbarschaftsplattformen sowie Möglichkeiten, konkrete Informationen mit der Stadtverwaltung oder anderen Bewohnerinnen und Bewohnern zu teilen – wie defekte Straßen oder Tipps für barrierefreie Bahnstationen oder hundefreundliche Parks.
  • Smart Governance: Digitale Technologien ermöglichen in Smart Cities eine bürgernahe Stadtverwaltung. Bewohnerinnen und Bewohner können Dienstleistungen und administrative Prozesse einfach online durchlaufen – ohne Terminvergabe oder lange Wartezeiten. Auch in der öffentlichen Sicherheit und Gesundheitsversorgung bietet die Stadtverwaltung innovative Services an, die digital genutzt werden können. Smarte Abfallwirtschaft beispielsweise stattet Mülltonnen mit speziellen Sensoren aus, die den Füllstand übermitteln und bei Bedarf die Abholung beauftragen.
  • Smart Mobility: Ob Individualverkehr oder öffentlicher Nahverkehr – moderne Konzepte sollen die Mobilität in Städten noch sicherer, günstiger und umweltfreundlicher machen. Auch hier kommen Car- oder Bike-Sharing zum Tragen, doch auch mobile Apps für Fahrkarten oder flexible Routenplanung gehören zur Dimension der Smart Mobility. In Zukunft sollen Straßen durch digitale Technologien intelligenter werden und den Verkehr so steuern, dass weniger Staus entstehen. Auch der Bereich des autonomen Fahrens gehört zur Smart Mobility.
  • Smart Environment: Der Klimawandel, die Rohstoffknappheit und die Grenzen des ökonomischen Wachstums sind Herausforderungen, denen im Bereich der nachhaltigen Stadtentwicklung begegnet wird. So fördern Smart-City-Konzepte die regionale Kreislaufwirtschaft und helfen dabei, aus nachhaltigen Ressourcen zu schöpfen und die Nutzung von Ressourcen allgemein zu reduzieren. In der Praxis kann dies beispielsweise durch Solarthermie und Photovoltaik auf den Dächern von öffentlichen Gebäuden umgesetzt werden.
  • Smart Energy: Die Produktion, Nutzung und intelligente Steuerung erneuerbarer Energien spielt bei Smart Citys eine zentrale Rolle. Sogenannte Smart Grids – also intelligente Stromnetze – sind dafür verantwortlich, den Verbrauch und die Produktion dieser Energie zielgerichtet zu koordinieren. Dabei kommen dezentrale, autarke Netze und moderne Speichertechnologien zum Einsatz, um die Energiesicherheit der Stadt zu gewährleisten.
  • Smart Living: Hier steht die individuelle Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner im Fokus. Smarte Lösungen sind vor allem im Bereich des Gesundheitswesens gefragt – hier sind digitale Gesundheitsangebote und Telemedizin zu nennen. Aber auch intelligente Technologien in der häuslichen Pflege oder im Bereich Freizeitsport oder Kultur gehören zum Leben in der Smart City.

Wie sieht die technologische Umsetzung der Smart City aus?

In der Stadt der Zukunft ist eine umfassende IT-Infrastruktur und intelligente City-Technologie erforderlich, die Prozesse, Kommunikation, Dienstleistungen und Produkte umfasst. Bei der technologischen Umsetzung fußt die Smart City auf drei Säulen:

  • Daten: Für Steuerung aller Prozesse in urbanen Räumen ist eine Vielzahl an Daten erforderlich – von Informationen über die Verkehrsauslage bis hin zu Daten über den aktuellen Stromverbrauch.
  • Sensoren: Um die Daten zu erheben, werden Sensoren eingesetzt. Diese werden beispielsweise auf Straßen zur Steuerung des Verkehrs angewendet oder an Fahrzeugen für autonomes Fahren.
  • Vernetzung: Damit die erfassten Daten in Echtzeit zur Verfügung stehen, werden Sie in einer zentralen Cloud gespeichert und können von allen vernetzten Empfängern abgerufen und verarbeitet werden.

Was sind Smart City Modellprojekte?

Die Smart City ist längst mehr als eine Zukunftsvision: Viele moderne Technologien und neue Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen Stadtbewohner schon heute ganz alltäglich. Mit smarten Apps werden Tickets für den Nahverkehr gekauft, digitale Parkleitsysteme finden freie Parkplätze oder Ladesäulen und dank Online-Bürgerportalen sind Meldegelegenheiten ganz schnell via Internet erledigt. Im Rahmen der Modellprojekte „Smart Cities“ fördert die Bundesregierung Kommunen bei der digitalen Stadtentwicklung mit Zuschüssen über die KfW sowie einer fachlichen Begleitung durch Wissenschaftler und Fachleute aus verschiedenen Sektoren. Die Unterstützung für Smart City Projekte geht nun bereits in die dritte Runde. Ausgewählt wurden im Jahr 2021 insgesamt 28 Städte aus ganz Deutschland.

Was ist der Smart City Index?

Der Smart City Index ist das Ranking der smartesten Großstädte in Deutschland. Mit einem Smart City Index von 88,1 Punkten führt Hamburg das Ranking aktuell an, gefolgt von Köln und Karlsruhe. Der Index wird vom Digitalverband Bitkom erhoben, dem über 2500 deutsche Digitalunternehmen angeschlossen sind. Die Gesamtwertung des Smart City Index setzt sich zusammen aus den Bewertungen in fünf verschiedenen Kategorien:

  • Verwaltung
  • Energie- und Umweltsektors
  • IT und Kommunikation
  • Mobilität
  • Gesellschaft
     

Pro Stadt werden vom Digitalverband für den Smart City Index 133 Parameter erhoben. Alle deutschen Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern werden bei der Analyse berücksichtigt.

Smart Cities: Unser Beitrag für die Stadt von morgen

Als Technologieführer im Bereich der Lidar-Sensoren teilt Ibeo Automotive Systems die Vision der intelligent vernetzten Zukunftsstadt, in der Mobilität neu gedacht wird. Mit unserer Technologie möchten wir Fahrerassistenzsysteme und automatisierte Fahrsysteme ermöglichen, die den Verkehr sicherer, komfortabler und umweltfreundlicher machen. Insgesamt arbeiten bei uns über 400 Mitarbeiter daran, dieses Ziel zu erreichen – in Eindhoven (Niederlande), Detroit (USA) und in Hamburg, der smartesten Stadt Deutschlands.

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