Pride Month Special: Eine bunte Autoindustrie 

Autos sind etwas für gestandene Hetero-Männer? Das Klischee ist längst überholt, mittlerweile gibt es mehrere Autoclubs, die speziell für queere Menschen sind. Wir stellen Ihnen ein paar dieser Klubs vor und zeigen Errungenschaften, die ohne Diversität nicht möglich gewesen wären.

Der Pride Month ist auch in diesem Jahr der Anlass für viele Firmen, ihre Logos in den Regenbogenfarben erleuchten zu lassen. Darunter auch einige Konzerne aus der Autoindustrie wie BMW und Mercedes Benz. Jedoch zeigen viele Kommentare unter den Posts, dass dieser vermutlich kurzfristige Logowandel bei einigen Fans nicht gut ankommt. Ob das auf ein strukturelles Problem in der Mobilitätsbranche hinweist oder einfach das typische negative Verhalten in der Kommentarspalte andeutet, soll und kann an dieser Stelle nicht abschließend geklärt werden. Dieser Text will die positiven Dinge in das Rampenlicht rücken.

European Gay Car of the Year

Ja, diesen Preis gibt es wirklich. Seit 2005 wählen die Autofans der französischen Schwulenorganisation Ledorga das schwulste Auto des europäischen Kontinents. Im Jahr 2018 konnte den Preis sogar das deutsche Mercedes-Benz E-Klasse Coupé für sich beanspruchen. Doch auch viele weitere Organisationen küren ihre Favoriten: So ist in diesem Jahr der Subaru Forester das Auto an der Spitze der Top 10 Gay Lesbian LGBT Cars im Ranking der gaycarboys-Leserschaft. Auch in Deutschland gibt es so einige queere Autoclubs, zu ihnen zählen der nach eigenen Angaben größte deutsche Automobilclub „Motorboys“ und der Oldtimerclub „Queerlenker“.

Der Queere-Markt

Doch nicht nur private Motorclubs fokussieren sich auf die Community, in vielen Unternehmen ist das Interesse am LGBTQ+-Markt ebenfalls gestiegen. So nehmen die ersten Firmen am Christopher Street Day (CSD) teil. „We drive proud“ lautet der Slogan von VW, im Jahr 2019 nahm die niedersächsische Firma das erste Mal am CSD teil und stützte sich damit auf dem Unternehmensgrundsatz „Wir leben Vielfalt“. Ein weiteres positives Zeichen ist, dass deutsche Automobilfirmen wie BMW an vorderer Stelle im Diversity Index mitspielen. Dieser zeigt, wie sich die befragten DAX-Unternehmen für eine diverse Unternehmenskultur einsetzen, die offen gegenüber LGBT+-Mitarbeitenden ist. Auch wenn Diversity ein großes Thema ist, kommt hinzu, dass der LGBT-Markt in Deutschland im Jahr 2016 circa 7.5 Prozent der Bevölkerung ausmachte. Also ist die Community auch ökonomisch aus Firmensicht interessant, wodurch auch die Marketing-Aktionen einiger Unternehmen in diese Richtung gestiegen sind.

Sichtbar und Stolz

Trotz der positiven Entwicklung ist insbesondere der Ingenieursberuf mit seiner höchst heteronormativen Kultur eher durch Konservativität geprägt. Somit sind Frauen, ethnische Minderheiten oder Personen, die sich der LGBTQ+-Community angehörig fühlen, häufig nicht sichtbar.

Doch viele von ihnen wollen das nicht hinnehmen. So gibt es mittlerweile einige Gruppen, die sich für eine größere externe Wahrnehmung einsetzen. So gründeten Mitarbeitende bei Porsche Proud@Porsche und auch VW will mit der Kampagne #OutAtWork auf die Diversität des Unternehmens hinweisen.

Eine bunte Automobil-Zukunft?

Dennoch, auch wenn viele Zeichen auf Fortschritt stehen, zeigen allgemeine Umfragen, dass eine Selbstverständlichkeit noch nicht überall gegeben ist. Laut einer Studie versteckt jede vierte Person, die sich der Community zugehörig fühlt, ihre LGBTI-Zugehörigkeit auch heute noch am Arbeitsplatz. Auf einem guten Weg ist die Automobil-Branche auf jeden Fall, wobei das angesichts der früher wesentlich konservativeren Strukturen relativ einfach erscheint. Etwas sarkastisch fasst die lesbische US-Moderatorin und Comedian Ellen DeGeneres ihre Meinung zusammen: 

„Do we have to know about who‘s gay and who's straight? Can't we just love everybody and judge them by the car they drive?”.

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