Faces of Ibeo – Blumen und Seide: Liangli Fei

In diesem Monat geht es mit „Faces of Ibeo“ weiter und es dreht sich alles um Liangli Fei. Was Brötchen mit ihren ersten Erlebnissen in Deutschland zu tun haben und wo sie im Sommer häufig anzutreffen ist – das und noch mehr gibt es hier.

1.     Wer bist du und was machst du bei Ibeo?

Ich bin Liangli Fei und arbeite seit 4 ½ Jahren bei Ibeo. Ich entwickle Software für das autonome Fahren im AD Tactical Planning Team.

2.     Was war der ausschlaggebende Grund, Hamburg als Arbeitsort zu wählen?

Das ist eine etwas andere Geschichte: Ich bin nicht wegen eines Studiums oder einer Arbeitsstelle nach Deutschland gekommen, sondern wegen meines deutschen Ehemanns. Aber ich habe Hamburg als naturverbundene Stadt kennengelernt und fühle mich hier mit der frischen Nordluft sehr wohl.

3.     Was waren die einprägsamsten Erinnerungen an deine ersten Wochen in Deutschland?

Brötchen *lacht*. Wenn ich am Anfang einkaufen gegangen bin, habe ich häufig Brötchen gekauft. Ich konnte damals die Sprache noch nicht so gut – ich war so auf dem A1 Niveau. Beim Bäcker war es dann schwer sich zu entscheiden, da die Sorten der Brötchen sehr vielfältig sind. Die Leute warteten ja bereits hinter mir und ich kannte die ganzen Sorten nicht. In China gibt es häufig nur sehr süße Brötchen.
Ich hatte dann eine Strategie entwickelt: Ich wollte mich von Brötchenkorb zu Brötchenkorb durcharbeiten und habe dem jeweiligen Korb von links nach rechts eine Nummer gegeben. In der Hoffnung, wenn ich zu jedem Besuch zwei Sorten nehme, habe ich nach ein paar Tagen alle Sorten durchprobiert. Es hat am Anfang sehr gut funktioniert. Doch dann haben eines Tages unerwarteterweise die Bäcker:innen die Körbe vertauscht und ich musste wieder von vorne beginnen 😉.

4.     An welchen kulturellen Unterschied zwischen China und Deutschland musstest du dich erst gewöhnen?

Nachdem ich in Deutschland angekommen bin, habe ich zuerst die deutsche Sprache gelernt. Und mich dazu entschieden, weiter zu studieren. In der Uni sind mir auch einige kulturelle Unterschiede aufgefallen und eine Situation hat sich sehr eingeprägt:

Ich war bei einer deutschen Kommilitonin zu Besuch – das war das erste private Treffen außerhalb der Vorlesungen. Als ich bei ihr angekommen bin, hat sie mir die Tür geöffnet und ihre Arme ausgebreitet, um mich zu umarmen. Ich habe das aber nicht verstanden, denn in China verbeugt man sich nämlich mehr und hat nicht diesen engen Körperkontakt. 
Ich dachte im ersten Moment, dass sie mir etwas zeigen will und habe dann an ihrem Arm entlang geschaut zur Decke *lacht*. Nach einigen stillen Sekunde hat sie mir dann gesagt „Ich möchte dich umarmen!“. Auch heute muss ich mich noch etwas an diese Form der Begrüßung gewöhnen.

(Anmerkung der Redaktion: Außerhalb der Pandemie natürlich 😉)

5.     Was gefällt dir gut an der deutschen Sprache und was weniger gut? Hast du ein Lieblingswort?

Ich mag es sehr, dass es so viele Wörter für ähnliche Sachverhalte gibt. Die deutsche Sprache ist sehr vielfältig. Zum Beispiel das Wort „gehen“. Man kann auch sagen bummeln, schlendern, schleichen usw. – das gibt es im Chinesischen so nur in Verbindung mit Adjektiven.
Ich finde, dass das die Sprache so lebendig macht. Ich verbinde zum Beispiel das Bummeln mit dem Entlanglaufen auf der Mönckebergstraße nach der Arbeit. Ich mag dieses entspannte Gefühl, wenn die Sonne scheint.

Die deutsche Aussprache ist manchmal sehr schwierig für ausländische Menschen. Insbesondere das ‚r‘ ist schwierig, beispielsweise bei Harz und Hals.

Ein Wort, welches mir immer noch schwerfällt, ist „herumquengeln“, dazu habe ich auch eine Geschichte:

Ich war auf Geschäftsreise mit meinen Kolleg:innen und wir haben wegen des Zeitunterschieds bis spät in die Nacht zusammen in der Hotel-Lobby gearbeitet. Ich habe dann irgendwelche Geräusche gemacht, weil ich müde und kaputt vom Jetlag war. Einer meiner Kollegen meinte, dass ich nicht so herumquengeln soll. Ich habe das Wort nicht gekannt und meine Kollegen haben mich dann immer aus Spaß abgefragt: “Wie spricht man das Wort nochmal aus?” *lacht*

6.     Was sind die spannendsten (technischen/beruflichen) Herausforderungen, denen du dich bei Ibeo stellst?

Da fällt mir das Isuzu-Projekt ein. Ich hatte hier das Glück den gesamten Prozess von diesem Projekt zu begleiten. Da ich japanisch spreche, konnte ich den Besucher:innen auf einem Marketing Event in Japan unser AD System vorstellen. Nach erfolgreicher Projektaquise durfte ich dann auch zusammen mit einem anderen Kollegen das Projekt betreuen. Es gab viele Herausforderungen, aber es hat trotzdem viel Spaß gemacht. Leider wurde das Projekt dann Pandemie-bedingt abgebrochen.

7.     Was sind die schönsten Momente an einem „normalen“ Arbeitstag?

Es ist wie so häufig, manchmal wechseln sich langweilige Aufgaben mit spannenden ab. Aber mit meiner Kollegschaft macht das Arbeiten eh am meisten Spaß, da ich von ihnen sehr viel lerne, ob sprachlich oder fachlich.

Ach und eins mag ich auch sehr gern: Im Sommer kaufe ich immer Erdbeeren während der Mittagepause direkt vom Feld in der Nähe von Ibeo. Diese esse ich dann am liebsten direkt nach dem Kauf. Das sind schöne Erinnerungen! Ich werde das wieder machen, nach der Pandemie.

8.     Auf welche Aufgabe / welches Projekt, an dem du bei Ibeo gearbeitet haben, bist du besonders stolz?

Es gibt ein chinesisches Sprichwort, das heißt wörtlich so etwas wie: „Blumen auf die Seide legen“. Die Moral daraus ist, dass Seide an sich schon schön ist und die Blumen machen das Ganze noch besser, wie die Zuckerglasur auf dem Kuchen. Ich bin stolz auf die Zusammenarbeit mit meinem Team und mit den Kolleg:innen aus den unterschiedlichen Abteilungen. Durch das Isuzu-Projekt habe ich meine Augen sehr weit aufgemacht und Neues kennengelernt 😊 Nur durch die Zusammenarbeit der Kolleg:innen aus unterschiedlichsten Teams wie Legal, Sales, AD und Fusion konnte das Projekt zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht werden. Die Zusammenarbeit formt die Seide. Und ich bin froh, wenn ich meine Blumen dazu beitragen kann.

🌸 Ich möchte euch eine Blume vorstellen. 🌸

Ich bin sehr glücklich, dass ich Japanisch gelernt habe. Durch meine Freunde aus Japan und viele Filme verstehe ich die japanische Denkweise: zum Beispiel, dass sie nicht gerne Englisch sprechen. Häufig fürchten sie sich davor, Fehler zu machen. Daher habe ich eine kleine Rede auf Japanisch geschrieben, in der ich unsere potenzielle Kundschaft ermutigt habe, sich beim Fragen stellen keine Sorgen machen müssen. So konnten sie unser Produkt besser kennenlernen und mit uns zuversichtlich ein gemeinsames Projekt starten. Das hat sie sehr erfreut auch erleichtert. Ich glaube das zählt als ein kleines Blümchen von mir.

9.     Gibt es noch etwas, dass du uns sagen möchten? 😊

Die Vorbereitung auf unser Interview hat mich über die Vergangenheit bei Ibeo nachdenken lassen. Insbesondere an meine Kolleg:innen, die immer sehr freundlich und geduldig waren. Ich war am Anfang noch sehr schüchtern und habe noch etwas Zeit gebraucht. Ich bin sehr dankbar, dass ich viele Fragen stellen konnte, sowohl fachlicher als auch alltäglicher Natur. Ich habe viel Hilfe bekommen und auch sehr viel gelernt. Ich bin gegenüber meinen Kolleg:innen sehr froh und dankbar.

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