Faces of Ibeo Episode #1 – Anil Kumar 

Herzlich willkommen zur ersten Episode von „Faces of Ibeo“. In dieser Reihe werden Mitarbeitende („Faces“) vorgestellt, die herausstechen. Sei es durch einen internationalen Hintergrund, durch außergewöhnliche Tätigkeiten bei Ibeo oder durch ehrenamtliches Engagement in der Freizeit. Wie Sie sehen, ist unser Logo aktuell noch recht leer. Dies wird sich jedoch in den kommenden Wochen und Monaten ändern. Mit jeder Episode wird das Logo um ein Gesicht reicher. Folgen Sie Ibeo auf Social Media um nicht zu verpassen, wie sich unser Logo mit den Gesichtern füllt, die Ibeo zu dem machen, was es ist.

Den Anfang dieser Reihe macht Anil Kumar. Herr Kumar ist sowohl Software Developer als auch SCRUM Master bei Ibeo. Letzteres ist eine Rolle in agilen Organisationen, deren Aufgabe es ist, Teams zu coachen und barrierefreies Arbeiten zu ermöglichen. Durch diese zwei sehr unterschiedlichen Aufgabenbereiche er sich jeden Tag mit der Herausforderung konfrontiert, den Drahtseilakt aus logisch berechnender Präzision und agiler, menschenzentrierter Teamleitung zu meistern. Darüber hinaus steht er neuen Mitarbeitenden mit Migrationshintergrund bei ihrem Einstieg in die deutsche Kultur und die Ibeo Welt unterstützend zur Seite.

1. Wer bist du und was machst du bei Ibeo?

Mein Name ist Anil und ich stamme aus Indien. Ich bin 2012 nach Deutschland gekommen, um meinen Master an der TU Darmstadt zu machen. Den habe ich 2016 abgeschlossen. Im selben Jahr habe ich bei Ibeo als Software Developer angefangen und im Perception Team neue Algorithmen für den ibeoNEXT entwickelt. Seit Ibeo im Jahr 2019 agil geworden ist arbeite ich zudem als SCRUM Master in einem neuen Team. Ich fühle mich dieser neuen Rolle persönlich mehr zugehörig. Es ist eine neue Erfahrung, ich lerne viel und das gefällt mir sehr.

Anil Kumar  

2. Was war für dich der ausschlaggebende Grund, Hamburg als Arbeitsort zu wählen?

Tatsächlich war Hamburg nicht meine erste Wahl. Ich arbeitete damals in Berlin, schrieb an meiner Masterarbeit und hatte bereits ein Jobangebot im Süden von Deutschland, in der Nähe des Bodensees. Ich war mitten im Umzug, als ich einen Anruf von Ibeo erhielt. Es gab ein Bewerbungsgespräch und noch am selben Tag wurde ich informiert, dass ich den Job bekommen habe. Ich musste schnell eine Entscheidung treffen. Der Hauptgrund, weshalb ich mich letztlich für Hamburg entschieden habe war, dass es näher an Berlin liegt und weil Hamburg eine große Stadt ist. Vor allem im Vergleich zum Bodensee. Ich wuchs in der Stadt auf und bin es deshalb gewöhnt, viele Menschen um mich zu haben. Die Vorstellung aufs Land zu ziehen, kam mir da etwas seltsam vor. Oh, und in meiner Masterarbeit habe ich mit Ibeo Laserscannern gearbeitet, also kannte ich das Unternehmen schon ein wenig. Das war auch ein Grund, nach Hamburg zu ziehen.

3. Was waren die einprägsamsten Erinnerungen an deine ersten Wochen in Deutschland?

Nach Deutschland zu kommen war tatsächlich die erste Auslandserfahrung meines Lebens. Das erste Bild, was mir bei dem Gedanken an diese Zeit in den Sinn kommt ist, wie ich mit 3 vollen Koffern am Flughafen angekommen bin. Insgesamt hatte ich ca. 100 Kilogramm Gepäck dabei [Lacht]. Ich wollte auf alles vorbereitet sein und habe Unmengen von Zeug mitgebracht. Im Nachhinein bereue ich es [Lacht].

Abgesehen davon, erinnere ich mich daran, wie ich das erste Mal Schnee gesehen habe. In meinem Heimatland ist es immer sehr warm, dort habe noch nie Temperaturen unter 20 Grad erlebt. Im Jahr 2012 gab es viel Schnee in Süddeutschland. Das zu sehen war einfach großartig.

4. An welchen kulturellen Unterschied, zwischen Indien und Deutschland, musstest du dich erst gewöhnen?

Tatsächlich gibt es da einige. Wenn ich einen Unterschied aussuchen müsste, würde ich sagen, Sachen zu Planen. In Indien ist es nicht üblich, viel zu planen. Zum Beispiel, sowas wie einen Friseurtermin Wochen im Voraus zu machen. Sowas gibt es in Indien nicht. Wenn ich bei einem Friseur keinen Platz kriege, gehe ich einfach zum nächsten. Aber ich habe mich daran gewöhnt, dass man hier alles planen muss, selbst wenn man gar nicht weiß, was in den nächsten Wochen passieren wird. Ich habe es akzeptiert und merke, dass mein Leben hier erleichtert.

5. Was gefällt dir gut an der deutschen Sprache und was weniger gut? Hast du ein Lieblingswort?

Was ich an deutsch sehr interessant finde, vor allem im Vergleich mit den Sprachen, die ich aus Indien kenne, ist die logische Struktur. Es gibt bestimmte, wiederkehrende Muster und Formulierungen, an die du dich halten kannst, wenn du Sätze formst. Solche Muster gibt es in meiner Muttersprache kaum. Du musst die Sprache einfach anwenden und dich an sie gewöhnen. Bei Deutsch hingegen ist alles nach logischen Regeln aufgebaut, das gefällt mir.

Eine Sache, die ich nicht besonders mag sind die Artikel, aber ich sehe, dass sogar Deutsche teilweise über die richtigen Artikel streiten [Lacht].

Ich denke, mein Lieblingswort ist „doch“. Es ist so ein kleines machtvolles Wort und es tut genau das, was es soll. „Stimmt“ mag ich auch sehr gerne.

6. Was machst du in deiner Freizeit am liebsten?

Meistens gucke ich Netflix [Lacht]. Ich schaue mir gerne Kochshows an – ich mag Kochen sehr. Ich habe neulich eine Show gesehen, die ich empfehlen kann, sie heißt „The Final Table“. Menschen aus verschiedenen Ländern nehmen daran Teil und jede Folge dreht sich um ein neues Land. Die Teilnehmenden müssen entscheiden, welche Gerichte sie zubereiten. Dabei muss es irgendwas aus ihrer Kultur sein. Die Show ist echt gut.

7. Was sind die spannendsten (technischen/beruflichen) Herausforderungen, denen du dich bei Ibeo stellst?

Ich denke, die spannendste Herausforderung ist für mich die Veränderung, die bei Ibeo ständig Einzug hält. Als ich angefangen habe hier zu arbeiten, waren wir um die 50 Mitarbeitenden und inzwischen sind wir mehr 420!

Da gab es eine Menge „Erste Male“ für mich. Das erste Team in Perception (Anm. d. Redaktion: Das erste Team, dass sich darauf fokussiert hat, die Wahrnehmung unserer Sensoren zu verbessern). Der erste Release eines eigenen Sensors. Es ist jedes Mal spannend bei diesen „Ersten Malen“ dabei zu sein. Hand in Hand mit diesen ersten Malen kommen immer auch viele Veränderungen und dann kommt noch Corona hinzu. Plötzlich siehst du deine Kollegen nur noch auf dem Monitor und du verlierst das Gefühl dafür, was in den Teams gerade wirklich passiert. Dabei ist es für mich als SCRUM Master eigentlich sehr wichtig, ein enges Verhältnis zu den Mitarbeitenden zu haben. Das sind die wirklich spannenden Herausforderungen, denen ich mich aktuell stelle. Ich möchte aber klarstellen, dass ich Veränderungen nicht als etwas Negatives sehe, im Gegenteil. Veränderungen sind für mich immer etwas Gutes.

8. Was sind die schönsten Momente an einem „normalen“ Arbeitstag?

Durch meine Ausbildung und meinen beruflichen Werdegang, bin ich in einem sehr technischen Feld angesiedelt. Eine Sache, die mir an meiner Position und meinem Job bei Ibeo besonders gut gefällt ist, dass ich trotzdem die Chance bekomme, kreativ zu denken. Hier geht es nicht um dieses klassische „Mach deinen Job! Tag ein, Tag aus! Denk nicht darüber nach, was du tust!“. Stattdessen werde ich dazu ermutigt, mich zu fragen „Wie finde ich eine kreative Lösung für dieses Problem?“. Bei Ibeo bekomme ich die Chance kreativ zu denken und meine Kollegen unterstützen mich dabei. Das ist etwas, was mir wirklich sehr gefällt.

9. Auf welche Aufgabe / welches Projekt, an dem du bei Ibeo gearbeitet haben, bist du besonders stolz?

Das International Buddy Project! Aktuell sind wir 26 Nationalitäten bei Ibeo und in der Vergangenheit hatten einige internationale Mitarbeitende Schwierigkeiten damit, sich an die deutsche Arbeitskultur zu gewöhnen. Das betraf insbesondere Mitarbeitende, die direkt aus anderen Ländern zu Ibeo gekommen sind und noch keine Zeit hatten, sich an Deutschland zu gewöhnen. Dabei ist es so wichtig, dass wir unsere Diversität fördern und Inklusion vorantreiben. Deshalb habe ich zusammen mit Atefeh und weiteren Mitarbeitenden das International Buddy Programm ins Leben gerufen, bei dem wir internationalen Mitarbeitenden eine erfahrene Person an die Hand geben. Diese Person fungiert im Grunde als Kontaktperson, die bei Themen wie der Wohnungssuche, dem Visaantrag oder Fragen bezüglich der Arbeitskultur mit Rat und Tat zur Seite steht.

Wir haben die Idee im Dezember letzten Jahres entwickelt und Ziele für 2021 festgelegt. Ich selbst bin auch ein International Buddy. Die Tätigkeit ist ehrenamtlich. Wir arbeiten alle Vollzeit als Entwickler oder haben technische Rollen in unseren Teams und helfen nach der Arbeit ihren Internationalen Kollegen.

 

Sollte dieser Artikel Ihr Interesse an dem International Buddy Projekt geweckt haben, können Sie hier mehr über Ibeos Programme zur Förderung von Diversität und Inklusion lesen.

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